design by: get-templates.net
         

Dakar 2010 - VW-Zweikampf hält Dakar weiter offen

Titelverteidiger VW steht bei der 32. Rallye Dakar vor dem Sieg. Nasser Al-Attiyah und sein deutscher Beifahrer Timo Gottschalk haben auf der vorletzten Entscheidung der zweiten südamerikanischen Dakar-Auflage ihren Rückstand zum führenden Touareg-Kollegen Carlos Sainz auf 2:48 Minuten verkürzt.

Die Entscheidung fällt somit erst auf der letzten Etappe am Samstag.

Der Franzose Stephane Peterhansel erzielte zwar im BMW X3 des X-Raid-Teams aus Trebur seinen vierten Tagessieg, lag aber mit 2:16:49 Stunden Rückstand weit abgeschlagen auf dem vierten Rang

Mit dem Amerikaner Mark Miller, der nach der 368 km langen Dünen- Prüfung von San Rafael nach Santa Rosa auf Rang drei 31:48 Minuten zurücklag, haben die Wolfsburger Chancen auf alle Dakar-Medaillen.

Spannung bis zum Schluss

Seit Tagen halten die beiden Spitzenpiloten und ihre Beifahrer die Dakar-Fans in Atem: In einer bemerkenswerten Jagd reduzierten Al- Attiyah/Gottschalk ihren Rückstand von 10:06 Minuten (Etappe 10) am folgenden Tag auf 4:28 Minuten (Etappe 11).

Bukmacherzy bukmacherzy w internecie

Dann stieg die Differenz auf 5:20 Minuten (Etappe 12) und beträgt nach der Prüfung von San Rafael nach Santa Rosa in Argentinien gerade noch 168 Sekunden. Die sportliche Entscheidung bei der härtesten Rallye der Welt fällt auf der 206 Kilometer langen Abschlussprüfung, die die Teams in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires führen wird. Dort wird am Sonntag die siegreiche Crew gekürt.

"Das war ein nervenaufreibender Tag: Die Rallye Dakar war spannend und sie bleibt dank Carlos und Nasser bis zum Schluss spannend. Der Tag morgen wird entscheiden, welches Volkswagen Duo die Rallye gewinnt. Jeder im Team und alle Fans können sich auf ein spannendes Finale freuen", sagte Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen. Eine mögliche Stallregie wird es nach seinen Worten nicht geben.

Dakar 2010 - Ullevalseter gewinnt 13. Etappe

Motorrad-Pilot Per Anders Ullevalseter aus Norwegen hat die 13. Etappe der Dakar vor Cyril Despres und Marc Coma gewonnen. In der Gesamtwertung bleibt Despres einen Tag vor der letzten Tageswertung weiterhin mit großem Abstand an der Spitze. Zweiter ist Ullevalseter und Francisco Lopez Contardo.

In der Motorrad-Wertung hat der französische KTM-Pilot Despres seinen dritten Dakar-Triumph nach 2005 und 2007 so gut wie sicher.

Den vorletzten Wertungstag beendete der 35-Jährige mit einem komfortablen Vorsprung von 1:04:12 Stunden auf seinen norwegischen KTM-Kollegen Ullevalseter, der mit seinem ersten Dakar-Tagessieg überhaupt den chilenischen Aprilia-Piloten Francisco Lopez Contardo um 4:22 Minuten wieder auf den dritten Platz verdrängte.

Fortuna zakłady bukmacherskie Fortuna zakłady bukmacherskie

Bei den Quads entwickelte sich an der Spitze ein einsames Rennen. Wie erwartet konnte niemand Christophe Declerck bei seinem Start-Ziel-Sieg aufhalten. In seiner 32. Teilnahme bei der Dakar überquerte der Franzose die Ziellinie 5:56 Minuten vor dem Polen Rafal Sonik und 27:14 Minuten vor Sebastian Halpern aus Argentinien.

Die Patronelli-Brüder Marcos und Alejandro komplettieren die Top Fünf. Declerck schraubt sich vor dem morgigen Finale an Sonik und Halpern vorbei auf Platz vier der Gesamtwertung. Sein Rückstand auf Marcos Patronelli beträgt nur noch 6:01 Minuten.

Der Russe Firdaus Kabirov hat die 13. Etappe der Dakar in seinem Kamaz-Truck gewonnen. Bei seinem vierten Sieg im laufenden Wettbewerb hatte der Russe nach einem Rennen, bei dem er sich an der Spitze immer wieder mit seinem Landsmann Vladimir Chagin abwechselte, die Nase um 1:50 Minuten vorn.

Bei über einer Stunde Rückstand auf Chagin in der Gesamtwertung muss er in der finalen Etappe gehörig Gas geben, um ihm den sicheren Sieg zu entreißen. Dritter wurde der Tscheche Martin Macik mit 23:06 Minuten Rückstand.

Dakar 2010 - Dakar: Mythos oder Irrsinn?

Seit der Absage der Dakar 2008 wegen Terrorgefahr gibt es eine Debatte um die Zukunft der härtesten Rallye der Welt. Ist sie noch die gleiche Rallye wie zuvor? Soll sie nach Afrika zurückkehren? Ist sie zur Kommerz-Show verkommen? Ein Stimmungs- und Meinungsbericht aus dem Biwak von Gernot Bauer.

Afrika oder Argentinien?

Um einigen marktschreierischen Vorabmeldungen im Internet zuvor zu kommen: Der Austragungsort für 2011 steht noch nicht fest. Das ist Fakt wie Dakar-Chef Etienne Lavigne gegenüber Eurosport erklärt. "Es ist noch nichts entschieden. Wir werden in Ruhe alles analysieren und dann abwägen. Richtig ist, dass es den Wunsch gibt wieder nach Afrika zurück zu kehren." Die Rallye habe in Südamerika einen herzlichen Empfang gehabt, neue Dimensionen erreicht. "Wir arbeiten parallel an zwei Konzepten, eines für Afrika mit einer möglichen Route über Tunesien, Libyen und Ägypten. Und an einem für eine dritte Austragung hier in Südamerika."

"Die Dakar kommt aus Afrika und wird irgendwann auch wieder dahin zurückkehren", ist sich Joan "Nani" Roma sicher. Der Katalane, Ex-Sieger in der Motorrad-Kategorie und aktueller BMW-Pilot, ist einer der großen Fürsprecher für eine Rückkehr nach Afrika. "Natürlich muss die Sicherheit gewährleistet sein, keiner von uns will dahin, wenn das eigene Leben oder das anderer auf dem Spiel steht. Aber die Rallye hier ist keine Dakar. Es sei keine schlechte Rallye, aber eben nicht das was es war. Aus sportlicher Sicht müsse man wieder nach Afrika."

Die Attacke beim Afrika-Cup mit einem Terror-Anschlag auf das togolesische Team spricht allerdings eher gegen eine Rückkehr im nächsten Jahr. Auch Ägypten ist nicht als sicherstes aller Länder bekannt. Zudem kommen die Interessen einiger Teilnehmer. Volkswagen als einziges großes Werksteam hat ebenfalls Tendenzen in eine andere Richtung. "Afrika steht weit unten auf unserer Wunschliste. Aber wir können uns vieles vorstellen. Auch eine Rallye in komplett neuen Gebieten wie Indien, China oder Russland", so Motorsport-Direktor Kris Nissen im "Handelsblatt".

Früher hat sich die Frage nach dem Austragungsort nie gestellt. Doch die Zeiten haben sich leider geändert. Die Dakar ist nicht die einzige Veranstaltung, die neue Herausforderungen meistern muss. Dafür ist sie zu groß geworden. Bei der Formel 1 war es einfach, gefährliche oder uninteressante Strecken aus dem Kalender zu nehmen und neue Märkte zu erschließen. In Doha gibt es ein tolles Flutlicht-Rennen in der Motorrad-WM, allerdings vor leeren Rängen. So leicht kann man es sich bei der Dakar nicht machen.

Wohin führt der Weg? Entscheidung im Februar

Eine Entscheidung wird voraussichtlich in der nächsten Woche getroffen, dann im Februar verkündet. Für Afrika sprechen Aspekte wie TV-Sendezeiten und Produktionszeiten, logistische Argumente und nicht zuletzt der Mythos. Mit 177 Teilnehmern weniger gab es für den Veranstalter (ASO ) bereits einen Rückschlag in diesem Jahr. Auf der anderen Seite ist die Konkurrenz-Veranstaltung "African Race" von Hubert Auriol und Rene Metge in der zweiten Ausgabe noch immer unbedeutend.

Das Hauptargument muss daher die Sicherheit der Rallye sein. Und die spricht derzeit immer noch für Südamerika. Denn nur eine große Rallye wie die Dakar mit einer Hundertschaft von Journalisten im Tross garantiert den Terroristen die von Ihnen gesuchte Öffentlichkeit. Ein sicher durchgeführtes "African Race" kann daher als Maßstab nicht herhalten.

Mythos Dakar

Denn wie jeder anderer Event auch, wuchs die Dakar im Lauf der Jahre über sich hinaus. Mit dem Engagement von Werks-Teams wie Mitsubishi, Citroen, Nissan und VW wurde die Rallye immer populärer, immer teuerer, immer professioneller. Mit der Popularität kam die TV-Vermarktung und damit änderte sich auch das Wesen der Rallye. Was als ambitionierte Idee eines Enthusiasten begann, ist heute ein Multi-Millionen-Euro-Abenteuer.

Mittlerweile steht fest: Eine Dakar ohne Werksbeteiligung wäre wohl das Ende der Rallye, zumindest medial. Einige würden das bestimmt begrüßen und mit "zurück zu den Wurzeln-Rufen" willkommen heißen. Allerdings dürfte man dann in deutschen Medien lange suchen, bis man mehrere Tage alte TV-Bilder oder Artikel finden würde. Die aufwendige TV-Produktion kann nur dadurch aufrechterhalten werden.

Ein Spaziergang durch das Biwak spätabends ist toll. Die Werks-Teams oder andere Rallye-Profis wie bei JMB Stradale haben ihre heraus geputzten LKW, Sponsorenbanner und Zelte, alles ist sauber aufgeräumt und die Fahrer längst in den weichen Hotelbetten. Den Charme des Biwaks aber machen die Privatiers aus. Sie schrauben bis spät in die Nacht, schlafen in den Zelten, sind das Herz und die Seele dieser Rallye. Aber wenn nur sie da wären, würde keiner darüber berichten.

"Die Dakar hat sich stark verändert in den letzten zehn Jahren", blickt Nani Roma zurück. "Neulich am Start der Etappe stand da ein Privatier und beschwerte sich, dass in der Kühlbox in der kostenlos kalte Getränke nach der Liaison angeboten werden, keine Cola Light mehr war." Kopfschütteln beim Ex-Mitsubishi-Werksfahrer.

"Früher haben die uns zwei kleine Wasserflaschen in Mauretanien in die Hand gedrückt und mit einem Schulterklopfen auf 600 Kilometer Sand geschickt." Nicht nur Roma tut sich schwer mit der "neuen Dakar". Auch andere Routiniers, von denen allerdings nicht alle zitiert werden wollen.

So erzählt ein mehrmaliger Motorrad-Etappensieger: "Das hat jetzt nichts mit dem Austragungsort zu tun, aber die Charaktere der Teilnehmer haben sich sehr verändert. Früher waren das Enthusiasten, heute sind es Leute aus höheren Gesellschaftsschichten, die sich das als Hobby leisten oder an die Brust heften wollen, um als harter Kerl dazustehen. Die kannst Du dann später aus den Dünen wieder heraus holen. Das hat sich in der letzten Dekade verschlimmert."

Echte Privat-Fahrer, wie Tina Meier aus Hamburg etwa, sind in der Tat schwer zu finden. Die Dakar erfordert absolute Fitness, das entsprechende Material und zudem das nötige Kleingeld. Für die Hamburgerin wird ihr Sport mehr und mehr zum Lebensinhalt. Am Wochenende wird an kleineren Rennen teilgenommen, unter der Woche trainiert. "Da steckt eine Menge privates Geld drin und ich kann das nur Dank meiner Sponsoren bewerkstelligen."

Die Dakar ist sicherlich nicht mehr für jedermann möglich. Und auch nicht das was sie einmal war. Daran würde auch eine Rückkehr nach Afrika nicht viel ändern.

Dakar 2010