Dakar 2010 - Manca aus Koma erwacht
Der vor einer Woche bei der Rallye Dakar in Chile schwer verunglückte Motorrad-Pilot Luca Manca ist in der Klinik in Santiago aufgewacht. Nach Angaben der Rallye-Ärztin Florence Pomemerie konnte der 29-jährige Italiener ohne Unterstützung atmen, sich jedoch nur mit Gesten artikulieren.
Seine Reaktionen werden inzwischen als normal bezeichnet. Allerdings konnte er mündlich keine Fragen beantworten, sondern artikulierte sich mit Gesten. Manca war am vergangenen Donnerstag zu Beginn der sechsten Etappe bei Tempo 120 km/h mit seiner KTM schwer gestürzt und hatte sich lebensgefährliche Kopfverletzungen zugezogen. Er war noch in der Nacht in Santiago operiert worden.
Dakar 2010 - Al-Attiyah bleibt Sainz auf den Fersen
Nasser Al-Attiyah aus Katar ist in der Gesamtwertung der Dakar dem Führenden Carlos Sainz weiter dicht auf den Fersen. Im VW Touareg verkürzte er auf der 11. Etappe von Santiago in Chile nach San Juan in Argentinien seinen Rückstand auf den Spanier, der mit technischen Problemen zu kämpfen hatte.
Der Abstand Al-Attiyahs, der die Etappe als Vierter abschloss, auf Sainz beträgt nun nur noch 4:28 Minuten. Der zweimalige Rallye-Weltmeister Sainz verlor viel Zeit durch ein technisches Problem und landete bei der Spezialwertung auf Rang neun. Dritter bleibt der Amerikaner Mark Miller ebenfalls im VW Touareg (+23:50 Min.) vor dem Franzosen Stéphane Peterhansel im BMW X3 (2:09:53 Std.). Damit spitzt sich der VW-interne Kampf um den Gesamtsieg weiter zu.
Den Tagessieg holte sich der Franzose Guerlain Chicherit, ebenfalls mit einem BMW X3 unterwegs. Er bewältigte die 220 Kilometer lange Spezialwertung in 2:34:51 Stunden. "Ich habe zu Tina (Thoerner, Chicherits Co-Pilotin, Anm. d. Red.) gesagt, dass das unsere Etappe wird. Ich habe vom Start weg angegriffen", sagte Chicherit. Die zweitschnellste Zeit gelang dem Argentinier Orlando Terranova im Mitsubishi (+30 Sek.). Auf Platz drei landete der Vorjahressieger Giniel de villiers aus Südafrika mit seinem deutschen Co-Piloten Dirk von Zitzewitz (VW/+39 Sek.).
Sainz' Deja-vu
Der Kampf von Sainz um seinen ersten Dakar-Sieg erinnert an seine Situation im vergangenen Jahr. Auch damals war er als Spitzenreiter in die drittletzte Prüfung gegangen. Dann stürzte er in eine metertiefe Schlucht und schied aus. Nun könnte ihm sein Teamkollege Al-Attiyah wieder alles zunichtemachen. "Wir hatten zwei schleichende Platten. Ich weiß nicht, warum. Wir haben viel Zeit verloren und mussten schließlich anhalten", berichtet der zweifache Rallye-Weltmeister, der erst nach einem langen Stopp die Fahrt wieder aufnehmen konnte. "Mark Miller überholte uns und als wir wieder losfuhren, hingen wir in seiner Staubwolke. Wir konnten nichts machen."
Ganz im Gegensatz zu Al-Attiyah, der die Probleme seines Markenkollegen nutzte. "Es ist unglaublich", freute sich der Katari, zumal er nur knapp an einem Unfall vorbeischrammte. "Wir sind von der Straße abgekommen und haben einen Baum mitgenommen. Wir haben Glück gehabt, dass wir uns nicht überschlagen haben", so Al-Atiiyah, der auch auf den kommenden Etappen voll angreifen will. "Heute haben wir Carlos fünf Minuten abgenommen. Ja, Carlos ist nervös. Ich habe ihm gesagt, dass ich die Dakar gewinnen will."
Mit der zweiten Anden-Überquerung im Schatten des Aconcagua, der höchsten Erhebung der westlichen Hemisphäre, führte die Tagesroute von Chile wieder zurück nach Argentinien. Im Land der Gauchos werden bis am Samstagabend die letzten drei sportlichen Entscheidungen der zweiten südamerikanischen Auflage ausgetragen.
Dakar 2010 - Verhoeven schlägt die Favoriten
Der Niederländer Frans Verhoeven hat die 11. Etappe von Santiago nach San Juan vor Jonah Street und Alain Duclos gewonnen. Gesamtspitzenreiter Cyril Despres wurde Siebter und landete damit einen Platz vor Titelverteidiger Marc Coma. In der Gesamtwertung führt weiterhin Despres mit großem Vorsprung.
Der Franzose führt das Klassement inzwischen mit einem Abstand von 1:20:54 Stunden vor dem Norweger Pal Anders Ullevalseter (43:26:04 Std.) an. Dritter ist Francisco Lopez Contardo (+1:23:34) aus Chile.
Nach einem schlechten Start in die Dakar hat Verhoeven auf der BMW einen unerwarteten Etappensieg geholt. Ein toller Erfolg für den Niederländer, der erst im letzten Jahr seine ersten Etappensiege feiern konnte, damals noch als KTM-Wasserträger. Mittlerweile hat er sein eigenes Team gegründet und sitzt auf einer neuen 450er BMW. "Ich bin froh, dass ich gegen Ende der Rallye immer noch dabei bin. An den ersten zwei oder drei Tagen hatte ich viele Schwierigkeiten. Das Motorrad war neu und wir mussten wirklich daran arbeiten. Mit der BMW haben wir unbekanntes Terrain betreten. Aber das ist jetzt vorbei, das Motorrad läuft bestens", sagte der Etappensieger. "Ich habe heute vom Start weg und während der gesamten Wertungsprüfung angegriffen. Ich habe eine Zeitlang im Staub von Duclos gehangen, aber dann habe ich ihn überholt und habe weiter Tempo gemacht. Ich freue mich sehr über diesen Etappensieg."
Chaos an Weggabelung
Ob die Wertung Bestand haben wird, ist aber noch offen. Einige Fahrer erwägen Protest einzulegen, da die lokale Polizei bei einer Weggabelung den falschen Streckenabschnitt abgesperrt hatte und Coma, der als Erster an besagte Stelle kam, drei Kilometer in die falsche Richtung weiterfuhr, ehe er den Fehler der Polizisten bemerkte und wendete. "Ich bin etwa 80 Meter geradeaus gefahren und dann umgekehrt. Da sah ich Marc Coma alleine zurückkommen, dann noch andere. Danach sind wir im Pulk weitergefahren. Das kann passieren", zeigte sich Despres aber wenig verärgert über den organisatorischen Lapsus: "Es hat mir Spaß gemacht. Es ging heute schnell. 220 Kilometer waren im Nu vorbei."
Duclos zeigte sich nach seinem dritten Platz kämpferisch. Der Franzose, der in der Gesamtwertung mit einem Rückstand von 1:54:39 Stunden auf Rang fünf liegt, will noch einmal angreifen. "Bei der Dakar ist vor dem Ziel nichts entschieden. Mein Ziel ist, unter den Top 5 zu bleiben. Das ist das erklärte Ziel, das ich vorher verkündet habe. Dafür kämpfe ich. Und daran halte ich auch fest.
Bei den LKW feierte der Russe Firdaus Kabirov den dritten Tagessieg bei der Dakar 2010. Der Kamaz-Pilot fuhr in 3:02:53 Stunden die schnellste Zeit. Auf Platz zwei landete Kabirovs Landsmann und Markenkollege Wladimir Tschagin mit einem Rückstand von 32 Sekunden. Rang drei sicherte sich Joseph Adua (Frankreich/+4:45 Min.) im Iveco. Im Gesamtklassement führt Tschagin weiterhin mit einem Abstand von 1:12:23 vor Kabirov, Dritter ist der Niederländer Marcel van Vliet (Ginaf) mit einem großen Rückstand von 9:21:02 Stunden.
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