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Dakar 2010 - Sainz beendet "Durststrecke"

Carlos Sainz (VW) feierte auf der zehnten Etappe seinen ersten Tageserfolg bei der diesjährigen Dakar. Der Spanier benötigte für die 238 Kilometer lange Spezialprüfung 3:01:05 Stunden und war damit 28 Sekunden schneller als Stephane Peterhansel im BMW X raid. Auf Rang drei Mark Miller (VW).

In der Gesamtwertung baute der unangefochten führende Sainz seinen Vorsprung auf Teamkollege Nasser Al-Attiyah auf 10:06 Minuten aus. Mark Miller folgt auf Position drei mit einem Rückstand von 28:19 Minuten. Stéphane Peterhansel hat als Vierter 2:14.20 Stunden Rückstand.

"Einfach super. Es gab überhaupt keine Probleme", freute sich Sainz über den Tagessieg. "80 Kilometer nach dem Start hatten wir Nasser Al-Attiyah eingeholt. Wir sind hinter ihm geblieben, weil er das Sentinel nicht gehört hat und wir nicht vorbei kamen. Es war eine relativ langsame, kurvenreiche Strecke, meistens nur kleine Wege. Ich habe mich zunächst an Nasser herangearbeitet und dann in etwa die 1:40 Minuten Abstand gehalten. Ab Kilometer 80 bin ich im Staub gefahren."

Al-Attiyah, dessen Abstand im Gesamtklassement zu Sainz sich nun wieder ein wenig vergrößert hat, war froh, unbeschadet ins Ziel gekommen zu sein. "Das war bei diesem Tempo ganz schön gefährlich. Es gab viele Kurven, rutschige Pisten. Ich habe mich nicht wohl gefühlt und bin deswegen froh, dass ich diese Sonderprüfung ohne Probleme hinter mich gebracht habe. Heute hatte ich enormen Stress, weil ich als Erster raus musste. Ich kenne die Bremswege nicht. Jedenfalls hat uns niemand überholt. Carlos hat uns auf den letzten 50 km eingeholt. Insgesamt bin ich aber recht zufrieden."

Steinige Böden, enge Kehren, viele Bremsmanöver - die Anforderungen erinnerten teilweise eher an die Rallye-WM als an eine Wüstenrallye. Entsprechend wohl fühlte sich der zwifache Rallye-Weltmeister Carlos Sainz am heutigen Tag.

"Wir können mit den Ergebnissen sehr zufrieden sein, dürfen aber nicht vergessen, dass es noch ein langer Weg bis ins Ziel ist. Alle müssen weiter perfekt arbeiten", übte sich VW-Motorsportdirektor Kris Nissen in Zurückhaltung hinsichtlich einer vorschnellen Dakar-Siegesfeier.

Dakar 2010 - Marc Coma schlägt wieder zu

Motorrad-Vorjahressieger Marc Coma (KTM) hat auch die 10. Etappe der Dakar gewonnen. Zweiter wurde David Fretigne vor Helder Rodrigues. Damit feierte der Spanier bereits seinen vierten Tagessieg bei der Dakar. Coma liegt in der Gesamtwertung auf Grund einer Zeitstrafe aber immer noch weit zurück.

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Aufgrund zweier Zeitstrafen beträgt sein Rückstand im Gesamtklassement 06:54:24 auf Spitzenreiter Cyril Despres (39:15:59 Stunden). Dennoch will der Spanier die Dakar weiter genießen und zeigen, dass er zweifellos zu den absoluten Top-Piloten des Feldes zählt. "Wir haben die Atacama hinter uns gelassen. Es geht nach Süden. Das Gelände ist völlig anders. Es war ein Enduro-Tag. Ein Tag für Ausritte. Aber technisch und sehr interessant. Ich versuche, jeden Tag zu zeigen, dass ich schnell bin und mich auf der Piste wohl fühle. Ich war auf den Sieg aus", sagte Coma.

Rang zwei holte sich Yamaha-Pilot David Frétigné aus Frankreich mit einem Rückstand von 2:06 Minuten. Die drittschnellste Zeit gelang dessen Markenkollegen, dem Portugiesen Helder Rodrigues (+2:36 Min.). "Ich bin heute mit mir zufrieden, denn es war eine tückische Etappe mit einigen sehr scharfen Kurven. Aber ich habe keine Fehler gemacht", zeigte sich Frétigné zufrieden.

Despres, der mit einem Vorsprung von 01:22:49 Stunden auf den Norweger Pal Anders Ullevalseter weiterhin das Gesamtklassement anführt, musste sich mit Platz sechs zufrieden geben. "Ich hatte keinerlei Interesse, anzugreifen", gestand der Spitzenreiter. "Wir sind hier in anderem Gelände, wo man sich erst anpassen muss, sich wieder auf einem harten Untergrund zurechtfinden muss. Das hat nichts mehr damit gemein, was wir in den letzten drei Tagen zu sehen bekommen haben. Es waren viele rutschige Pisten dabei, Kurven am Abgrund, loses Geröll."

Dakar 2010 - Peterhansel fällt weiter zurück

Nasser Al-Attiyah (VW) aus Katar hat die 9. Etappe der Dakar vor seinen Markenkollegen Carlos Sainz und Giniel de Villiers gewonnen. BMW-Pilot Stephane Peterhansel büßte auf dem verkürzten Tagesabschnitt von Copiapo nach La Serena (170 km) wichtige Zeit ein und wurde nur Sechster hinter Mark Miller.

Peterhansel, der am Sonntag mit seinem 54. Etappensieg einen weiteren Rekord neben seinen neun Gesamt-Erfolgen aufstellte, kann als Verfolger nicht in die Wolfsburger VW-Phalanx einbrechen.

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Der Rückstand des 44-jährigen Wahlschweizers im besten BMW des deutschen X-Raid-Teams beträgt nun schon 2:13:52 Stunden.

"Für uns ist es schlecht gelaufen. Ich habe mich an einer sehr langsamen Stelle mit Kamelgras festgefahren. Ich bin in ein Loch gefallen, die Schnauze in einem Grasbüschel und das Heck in einem Grasbüschel. Wir haben lange gebraucht, um das Auto zu bewegen, Zentimeter für Zentimeter. Wir steckten mindestens 20 Minuten lang fest. Es war für uns also eine schlechte Etappe", resümierte der Dakar-Rekordsieger.

Al-Attiyah will Sainz angreifen

Peterhansel weiß, dass seine Chancen auf den Gesamtsieg praktisch auf Null gesunken sind. Der Franzose muss nun auf Fehler der VW-Armada vor ihm hoffen. "Es war einer dieser Tage, an denen einem leicht Fehler unterlaufen. Und in der Spitzengruppe bin ich bei den Autos der Einzige, der einen Fehler gemacht hat. Jetzt müssen wir vor allem auf Fehler der anderen hoffen, weil der Abstand so enorm ist."

Im VW-Lager war die Freude nach dem Dreifach-Triumph natürlich groß. Tagessieger Al-Attiyah will sogar noch einmal einen teaminternen Angriff auf den Führenden der Gesamtwertung, Sainz (33:33:40 Stunden), starten: "Der Sieg ist möglich. Der Abstand beträgt nur 8:36 Minuten. Der Kampf geht weiter. Ich bin hier, um das Rennen zu gewinnen, und ich werde mein Bestes geben", zeigte sich der Katari kämpferisch.

Die Vorjahressieger Dirk von Zitzewitz (Karlshof) und sein südafrikanischer Pilot Giniel de Villiers kämpften sich im vierten VW Touareg langsam wieder Richtung Spitzengruppe zurück. Sie rückten vom neunten auf den siebten Platz (4:36:28 Stunden) vor.

Die neunte Prüfung wurde von 338 auf 170 Kilometer verkürzt und zwei Stunden später gestartet. Wegen des Morgennebels in der chilenischen Atacama-Wüste konnten die Sicherheitshubschrauber entgegen dem ursprünglichen Plan nicht so früh starten. Auch im vorigen Jahr führte der dichte Nebel in dieser Region zu Kürzungen und Änderungen. Unterdessen lichtete sich das Feld weiter: Von den 362 gestarteten Fahrzeugen sind nur noch 211 im Rennen.

Dakar 2010