Tagessieg geht an KTM-Pilot Coma
Vorjahressieger Marc Coma (KTM) setzte sich auf der verkürzten 9. Etappe der Dakar nach 170 km von Copiapo nach La Serena mit vier Sekunden vor seinem Markenkollegen Cyril Despres durch. Spitzenreiter bei den Motorrädern bleibt aber der Franzose, weil Coma bereits über sieben Stunden zurück liegt.
Auf dem kürzeren Tagesabschnitt dominierten Coma und Despres das Geschehen. Dritter wurde Pal Anders Ullevalseter aus Norwegen.
In der Gesamtwertung führt Despres mit 35:58:55 Stunden vor Ullevalseter (+01:21:50 Stunden) und Francisco Lopez Contardo (+01:25:31).
"Der Tag war nicht wie jeder andere mit diesem Massenstart aus einer Reihe. Aber es war ein Superstart. Jeder war vorn. Danach sind wir zusammen mit Ullevalseter und zwei anderen Motorrädern ein hohes Tempo gefahren. Die Sonderprüfung war am Anfang interessant, mit Dünen und Navigation. Am Ende habe ich ein gutes Ergebnis erzielt. Ein weiterer Tag liegt hinter uns, der uns dem Ende der Rallye näherbringt. Ich bin zufrieden. Und meine Reifen sind noch wie neu", sagte Coma.
Kabirov "klaut" Tschagin Rekord
Der zweitplatzierte Despres schwärmte von dem Zweikampf mit Coma. "Solche Massenstarts aus einer Reihe wie heute Morgen hat man nicht sehr oft. Die Wertungsprüfung war zwar kurz, aber intensiv. Wir haben uns an der Spitze abgelöst. Ich bin am Anfang etwas weiter hinten geblieben. Auf den letzten 70 km haben wir gekämpft. Mal war Marc Coma vorn, mal ich. Wir haben uns mindestens fünfzehn Mal gegenseitig überholt. Keiner von uns wollte dem anderen etwas schenken und das ist der Beweis, dass wir fahrerisch in etwa auf gleichem Niveau sind."
Bei den LKW's brachte der Russe Firdaus Kabirov (Kamaz) seinen Landsmann und Markenkollegen Wladimir Tschagin vorerst um dessen Rekord. Kabirov holte sich den zweiten Etappensieg bei der Dakar 2010 mit einem Vorsprung von 4:41 Minuten auf den Spitzenreiter der Gesamtwertung, Tschagin. Dritter der Etappe wurde der Franzose Joseph Adua im Iveco (+14:40 Min.). In der Gesamtwertung muss sich Tschagin aber keine Sorgen machen: Sein Vorsprung beträgt komfortable 1:11:31 Stunden, allerdings verpasste der "Zar", im Duell um den absoluten Wertungssiegrekord bei der Rallye Dakar an Stéphane Peterhansel aus Frankreich vorbeizuziehen. Im Moment teilen sich der Tschagin und "Mister Dakar" den Rekord mit jeweils 54 Etappen-Siegen.
Despres und Coma eine Klasse für sich
Die beiden KTM-Piloten Cyril Despres und Marc Coma haben der 7. und längsten Etappe der Dakar von Iquique nach Antofagasta ihren Stempel aufgedrückt. Der Gesamtführende Despres setzte sich bei der 600 km langen Prüfung nach 6:34:14 Stunden durch, Coma folgte mit 29 Sekunden Rückstand auf Rang zwei.
Cyril und Despres gingen zu Beginn des Tages in Führung, mussten die Konkurrenz nach Zeitverlusten in den Sanddünen der Atacama-Wüsten aber passieren lassen. Bei den Kontrollpunkten eins und zwei führte Pal Anders Ullevalseter (KTM), danach lagen David Frétigne (Kontrollpunkt 4) auf Yamaha und Aprilia-Mann Francisco Lopez Contardo (KP 5 und 6) an der Spitze des Feldes.
Entscheidung 20 km vor dem Ziel
150 km vor dem Ziel übernahmen aber Despres und Coma wieder das Kommando und zogen davon. Bis 20 km vor dem Ziel lieferten sich beide ein enges Duell, ehe sich Despres einen kleinen Vorsprung von zehn Sekunden erkämpfte, den er sogar noch auf 29 Sekunden ausbauen konnte.
In der Gesamtwertung liegt Despres nun 1:06:50 Std. vor Coma, Yamaha-Fahrer Helder Rodrigues (+1:20:08) komplettiert das Podium als derzeit Dritter.
Al-Attiyah pirscht sich an Sainz heran
VW hat die längste Etappe der Dakar 2010 von Iquique nach Antofagasta gut überstanden und seine Dreifach-Führung im Klassement behauptet. Den Tagessieg auf der 600 km langen Prüfung holte sich Nasser Al-Attiyah aus Katar. VW-Markenkollege Carlos Sainz wurde Dritter und bleibt damit insgesamt vorne.
Der spanische Rallye-Routinier hält damit weiter Kurs auf seinen ersten Sieg bei der Dakar. Dem Gesamt-Zweiten Al-Attiyah gelang es aber zumindest, den Rückstand auf 11:03 Minuten zu verkürzen.
Der Franzose Stéphane Peterhansel im BMW, der die 6. Etappe für sich entschieden hatte, wurde dieses Mal Zweiter. Mark Miller aus den USA erreichte Antofagasta auf Position vier und bleibt als Dritter der Gesamtwertung auf einem Podiumsplatz.
"Hut ab vor unseren Fahrern"
Al-Attiyah fuhr mit seinem VW Race Touareg einen Vorsprung von 3:29 Minuten auf Peterhansel vom Team X-Raid-BMW heraus. Auf den ersten 80 Kilometern hatten sich die beiden Top-Piloten einen heißen Zweikampf geliefert. Der Katari hatte dabei das bessere Ende für sich und feierte seinen zweiten Etappensieg nach seinem Erfolg am zweiten Tag. "Hut ab vor unseren Fahrern, Beifahrern und dem Race Touareg. Den längsten Tag haben wir mit einem Etappensieg und den Plätzen eins bis drei in der Gesamtwertung bewältigt", freute sich Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen.
Am morgigen Samstag legt die berühmteste Rallye der Welt einen Ruhetag ein. "Da steht den Mechanikern eine Menge Arbeit bevor, während sich Fahrer und Beifahrer ein wenig erholen dürfen", so Nissen.
LKW: Tschagin nicht zu stoppen
Bei den LKWs gab es am Ende des Tages wieder einmal das gewohnte Bild: Dominator Wladimir Tschagin lenkte seinen Kamaz erneut als Schnellster durch die 600 km lange Prüfung. Nach 6:50:20 Stunden war der Russe schließlich im Ziel.
Platz zwei ging, ebenfalls wenig überraschend, an Landsmann Kabirow. Mit einem Rückstand von 25:35 Minuten traf der 48-jährige Kamaz-Fahrer in Antofagasta ein. In der Gesamtwertung wuchs der Rückstand auf Tschagin damit auf 1:03:46 Stunden an.
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